Selbstverständlich gehört zur Vergütung ein angemessenes Gehalt. Wichtig ist ein eindeutiges und nachvollziehbares Gehaltsgefüge. Denn auch wenn es im allgemeinen „verboten“ ist, über das persönliche Gehalt zu sprechen, wird dies trotzdem gemacht.
Außerdem können sich Mitarbeiter im Internet jederzeit über „branchenübliche“ Gehälter informieren.
Nachvollziehbar heißt, wer eine bestimmte Aufgabe / Position im Unternehmen übernimmt, erhält ein bestimmtes Gehalt – wie alle anderen auch, die die gleiche Aufgabe haben.
Ausnahmen von dieser Regel sollte es nach Möglichkeit nicht geben. Falls doch, müssen sie für Außenstehende nachvollziebar und „gerecht“ sein.

Wenn es ums Geld geht, gibt es für das Unternehmen Gestaltungsmöglichkeiten wie z.B. Prämien, Sonderzahlungen und Provisionen. Die Variationsmöglichkeiten sind allerdings begrenzt.
Daher spricht man auch von Vergütungssystemen – neben dem Gehalt macht das Unternehmen weitere interessante Angebote

Arbeitszeit

Gerade in Zeiten, in denen die sogenannte „Work-Life-Balance“ für Mitarbeiter immer wichtiger wird, sind flexible Arbeitszeiten gefragt. Daher sind Arbeitszeitsangebote ein wichtiger Bestandteil des Vergütungssystems.
Durch das Angebot von flexiblen Arbeitszeiten ermöglicht der Arbeitgeber seinen Mitarbeitern ihre Arbeitszeit entsprechend den persönlichen Erfordernissen zu gestalten – ohne dass darunter das Unternehmen leidet.
Für die Gestaltung der Arbeitszeit stehen verschiedene Optionen zur Verfügung:

Gleitzeitmodelle

Bei der Gleitzeitarbeit kann der Mitarbeiter innerhalb eines vorgegebenen Rahmens Lage und Dauer seiner Arbeitszeit selbst gestalten.
Bei der „einfachen „Gleitzeit wird der Rahmen der täglichen Arbeitszeit  (frühestmöglicher Beginn und spätmöglichstes Ende) vorgegeben und es wird eine sogenannte Kernarbeitszeit festgelegt. Während dieser Kernzeit besteht Anwesenheitspflicht. Lediglich die Arbeitszeit außerhalb der Kernzeit ist variabel.

Bei der „qualifizierten“ Gleitzeit gibt es diese Vorgaben nicht. Der Mitarbeiter entscheidet selbst, wann er zu arbeiten beginnt bzw. wann er seine Tätigkeit beendet. (Selbstverständlich im Rahmen des Arbeitszeitgesetztes). Vorgeschrieben ist die durchschnittliche Arbeitszeit in der Woche, im Monat oder im Jahr.

Jahresarbeitszeitmodelle

Aufgrund der Arbeitstage eines Jahres und der täglichen Arbeitszeit wird die Sollarbeitszeit des Kalenderjahres ermittelt. Das Jahresgehalt eines Mitarbeiters wird in zwölf gleichbleibende „Raten“ aufgeteilt und monatlich als fester Betrag ausgezahlt. Fällt viel Arbeit an, arbeitet Mitarbeiter entsprechend mehr. In Zeiten, in denen wenig zu tun ist, kann der Mitarbeiter weniger Stunden arbeiten oder auch tageweise zu Hause bleiben. In allen Monaten bekommt er das gleiche Gehalt. Zum Jahresende muss sichergesellt sein, dass die Sollarbeitszeit erfüllt wurde.
Der Mitarbeiter hat ein gleichbleibendes Einkommen. Der Arbeitgeber hat kontinuierliche Kosten und kann so seine Liquidität besser planen.

Darüberhinaus gibt es sogar auch Lebensarbeitszeitmodelle. Bei diesem Modell sparen Mitarbeiter über viele Jahre hinweg z.B. die Bezahlung für Überstunden oder Weihnachtsgeld auf einem Zeitwertkonto an. Zu einem späteren Zeitpunkt können die Mitarbeiter das Guthaben auf dem Konto für z.B. für einen mehrmonatigen Urlaub, Kinderbetreuung, Weiterbildung oder vorzeitigen Ruhestand verwenden.

Mittlerweile gibt es auch den Begriff der Lebensphasen-Arbeitszeit. Dieses Konzept sieht vor, dass ein Arbeitnehmer seine Arbeitszeiten je nach Lebensphase und Interesse varrieren kann. Es kommt damit dem Ideal einer möglichst selbstbestimmten Lebensplanung und lebensphasengerechten Arbeitszeitgestaltung sehr nahe. – Selbstverständlich immer in Abstimmung mit der Unternehmensleitung.

Im Zuge des demographisch bedingten Alterns unserer Gesellschaft und dem Mangel an Fachkräften sind Arbeitszeitmodelle gefragt, die es vielen Menschen erlauben, möglichst lange am Erwerbsleben teilzunehmen. Sie sollen es den Beschäftigten ermöglichen, berufliche und außerberufliche Anforderungen besser über die Lebenszeit zu verteilen.
Es gilt Höchstbelastungen zu vermeiden und Zeiträume für  Familie, lebenslanges Lernen, Erholung und Freizeit oder soziales Engagement zu schaffen.

Freiwillige betriebliche Sozialleistungen

Ein anderer Bestandteil des Vergütung können freiwillige betriebliche Sozialleistungen sein.
Diese Sozialleistungen gewährt ein Unternehmen – aus freien Stücken und kann sie daher auch jederzeit verändern.
Durch herausragende oder ungewöhnliche Sozialleistungen wird ein Unternehmen attraktiv und wettbewerbsfähig am Arbeitsmarkt.
Gleichzeitig verbessern diese Angebote die Bindung von Mitarbeitern.
Die Angebote im Rahmen der freiwilligen Sozialleistungen sollten den Mitarbeitern Wahlmöglichkeiten – je nach Lebenssituation und Lebensentwurf – bieten.
Dem einen ist der Firmenwagen, für den anderen eine gute Kinderbetreuung wichtig.

Wie kann sich ein Unternehmen als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren? Hier ein paar Ideen:

  • die finanzielle Unterstützung einer Betriebssportgruppe oder günstige Konditionen bei einem Fitnesscenter
  • Darlehen an Mitarbeiter in bestimmten Notsituationen (Personalkredite, Arbeitgeberdarlehen)
  • Sonderkonditionen bei regionalen oder befreundeten Unternehmen
    Das Unternehmen kann Warren, die es herstellt verbilligt abgeben. Oder ein Rahmenvertrag abschließen z.B. Mobilfunkanbietern, Automobilhersteller etc. bei denen die Beschäftigten zu günstigen Konditionen einkaufen können.
  • Unterstützung bei Wohnungssuche und Umzug
    Das Unternehmen kann bei neu eingestellten Mitarbeitern die Kosten für einen Umzug übernehmen, oder z.B. externe Dienstleister beauftragen bei der Wohnungssuche und bei der Organisation des Umzugs zu unterstützen.

Familiengerechte Angebote

Aufgrund der demografischen Entwicklung konkurrieren immer mehr Unternehmen um die Mitarbeiter.
Familienfreundliche Personalpolitik zahlt sich umgehend aus: die Zahl der Krankentage sinkt, die Bindung an das Unternehmen steigt, und zufriedene Mitarbeiter sind produktiver.

Angebote für Mitarbeiter mit Kindern
  • die finanzielle Unterstützung von Elterninitiativen, die sich um die Betreuung von Kindern kümmern.
  • Betreuung des Nachwuchses in der Ferienzeit
    Der Arbeitgeber kann mit entsprechenden Stellen Programme entwickeln oder kooperieren.
  • die Betreuung schulpflichtiger Kinder. Eine Hausaufgabenbetreuung oder ähnliches kann viele Eltern entlasten.

Heute gibt es Agenturen, die sich auf diese familiengerechten Dienstleistungen spezialisiert haben und Mitarbeiter und Unternehmen bei der Suche nach entsprechenden Angeboten unterstützen. Der Arbeitgeber kann dann z.B. die Such- und Vermittlungskosten übernehmen.
Auch ein Home-Office-Arbeitsplatz kann für Eltern interessant sein – wenn auch nur im Krankheitsfall eines Kindes.

Familienfreundlichkeit heißt allerdings nicht nur Kinderbetreuung. Heute steht immer mehr die Frage im Vordergrund, wie der Arbeitgeber seine Beschäftigten unterstützen kann, wenn es um die Pflege von Angehörigen geht. Auch hier sind Angebote gefragt. Dazu können Informationsveranstaltung gehören, oder das Vermitteln von Ansprechpartnern/Beratungsangeboten oder Freistellungsangebote.

Gesundheitsvorsorge

Die Menschen werden immer länger im Arbeitsprozess gebraucht werden, ist ein wichtiger Aspekt die Gesunderhaltung der Arbeitskräfte. Das fängt bei ergonomischen / alternsgerechten Arbeitsplätzen an. Auch  Schulungen z.B. für des Tragen von Lasten gehören dazu.
Der Arbeitgeber kann die Kosten von regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen (über das gesetzliche Maß hinaus), Grippe-Impfungen, Zusatzversicherungen zur gesetzlichen Krankenkasse etc. übernehmen.

Betriebliche Altersvorsorge

Da die gesetzliche Rentenversicherung für ein gutes Leben im Alter nicht mehr ausreicht, sind besonders Angebote der betrieblichen Altersvorsorge wichtig.

Beteiligungen am Unternehmen

Ein weiterer Bestandteil des Vergütungssystems können Beteiligungen der Mitarbeiter am Unternehmen sein. Ob dies sinnvoll ist hängt von der Gesellschaftsform des Unternehmens und anderen Faktoren ab, die im Einzelfall geprüft werden müssen.

Tue Gutes und spreche darüber !
Alle Mitarbeiter und „Kunden“ eines Unternehmens sollten bestens über die vielfältigen Sozialleistungen eines Unternehmens informiert sein.

 

Möchten Sie über die Möglichkeiten für Gestaltung von Verdiensten und Arbeitszeiten erfahren möchten, sprechen Sie mich gerne an.

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