Unternehmeskultur ist der Garant für Innovation

Innovation schafft für jedes Unternehmen Wettbewerbsvorteile und daher ist eine wertschätzende Unternehmenskultur wichtig. Die eigenen Mitarbeiter können ein wichtiger Innovationsmotor sein. Das Instrument hierfür heißt betriebliches Vorschlagswesen oder – etwas moderner – Ideenmanagement. In Bewerbungsgesprächen wird gerne darauf hingewiesen, in Unternehmensbroschüren wird es gepriesen.

Gut gemeint ist nicht gut gemacht

Um zu erfahren, wie die betriebliche Praxis aussieht, spricht man am besten mit den Beschäftigten selbst. Und bekommt folgendes zu hören:

„Wenn ich mit einem Verbesserungsvorschlag zu den Kollegen gehe, sagen die häufig: ‚Lass mal stecken, das ist doch völlig utopisch. Das lässt sich technisch gar nicht umsetzen. Und ist viel zu aufwendig. Außerdem: Was soll dabei rauskommen? Willst du hier alles umkrempeln?‘ Wenn sie mir überhaupt zuhören. Oft interessiert es sie gar nicht. Also lasse ich die Idee wieder fallen. Und ärgere mich im Stillen.“

Ein anderer Mitarbeiter berichtet:

„Klar, wir haben hier ein Ideenmanagement. Ich habe das mal gemacht, habe einen Vorschlag dort eingereicht. Bekam ein Schreiben mit einem Standardtext: ‚Vielen Dank, Sie werden wieder von uns hören.‘ Darauf warte ich bis heute. Ganz ehrlich? Ein zweites Mal werde ich mir die Mühe nicht mehr machen.“

Fragt man Vorgesetzte zu dem Thema, so geben sie zu bedenken:

„Ich wüsste nicht, was es mir bringen sollte, beim Vorstand für etwas Neues zu werben. Die sind außerdem viel zu beschäftigt und hören sowieso nicht zu. Und ich muss auch an meine Abteilung denken. Wenn ein Mitarbeiter an einer neuen Idee arbeitet, womöglich noch mit Genehmigung von oben, wer macht dann seine Arbeit? Ich halte nicht so viel davon. Und das wissen meine Leute auch.“

So bleiben die meisten Ideen dort, wo sie entstehen: in den Köpfen der Mitarbeiter. Dort, wo sie gebraucht werden, landen sie nicht: im Unternehmen.

Gut gemacht geht anders

Ein Ideenmanagement funktioniert nur, wenn die Unternehmensführung bereit ist, sich ernsthaft mit den Vorschlägen und den Ideengebern auseinanderzusetzen. Voraussetzung hierfür ist eine ausgeprägte Feedback-Kultur im Unternehmen. Zudem brauchen die Personen in den Gremien, die über Verbesserungsvorschläge diskutieren, ebenso Mut und Risikobereitschaft wie Handlungsspielraum und Entscheidungskompetenz.

Wertschätzende Unternehmenskultur

In einer wertschätzenden Unternehmenskultur nehmen Führungskräfte die Vorschläge ihrer Mitarbeiter ernst. Und sie nehmen sich Zeit, zuzuhören und eine Idee zu durchdringen. Trotzdem werden sie nicht als Filter eingesetzt: Stattdessen ist die Unternehmensleitung bereit, auch Ideen anzuhören, die direkt von den Mitarbeitern kommen. Und sie ist bereit, den Ideengebern – bei entsprechender Einsparung oder Wertschöpfung durch die Idee – eine angemessene Summe auszuzahlen.

Dann wird Innovationsbereitschaft gelebt anstatt Ideenmanagement propagiert. Und dann werden Mitarbeiter zu verlässlichen Experten und echten Innovationskräften.