Zu meinen Beitrag mit dem Thema Burnout passt das aktuelle Gefährdungsbarometer 2017 des EO Institut. Untersucht wurden die Fragen: Welche Ressourcen haben Mitarbeiter bei der Arbeit? Welche kritischen Belastungsfaktoren erleben Mitarbeiter bei der Arbeit? Wie ist der Zusammenhang zwischen Belastungsfaktoren und subjektiver Arbeitsfähigkeit?

Seit Ende 2013 schreibt das Arbeitsschutzgesetz vor, dass Unternehmen psychische Belastungen am Arbeitsplatz im Rahmen von Gefährdungsanalysen explizit beurteilen müssen.

Welche Ressourcen haben Mitarbeiter bei der Arbeit?

Im Rahmen von ProfileXT® – Projekten geht es auch um Leistungsmängel bei Mitarbeitern. Meine erste Frage ist dann: „Verfügt der Mitarbeiter über ausreichende Ressourcen, um seine Arbeit zu erledigen?“
Ressourcen umfassen – zum einen Arbeitsmittel und genügend Zeit –
Zeit – um ungestört Aufgaben zu erledigen. Arbeitspausen, um sich zu erholen und abzuschalten. – Und schon oft sind in Pausen die besten Ideen oder Lösungen für ein Problem entstanden.
zum anderen Kollegen bzw. Vorgesetzte, die den Mitarbeiter bei Bedarf unterstützen. –
Die o.g. Studie belegt, dass soziale Beziehungen am Arbeitsplatz einen besonderen Einfluss haben. Aus vielen Einzelgesprächen weiß ich, ein gutes Verhältnis zwischen Kollegen macht eine stressige Arbeitssituation für alle erträglicher.
Ist das Verhältnis zu den Kollegen eher schlecht, wird auch die Arbeitssituation stressiger erlebt. Das gleiche gilt für den direkten Vorgesetzten.

Macht Arbeit krank?

Immer wieder höre ich im Coaching, dass Informationen fehlen, um seine Arbeit machen zu können. Oder jemand wird mit Informationen bombardiert, die keinerlei Relevanz für die Arbeit haben. Das sind die unzähligen Emails und die Angewohnheit alle Mails an einen möglichst breiten Verteiler zu versenden, statt nachzudenken, wer die Informationen wirklich braucht. Wer sich erst durch einen Berg von Mails „wühlen“ muss, wer erst mühsam Informationen einholen muss, hat anschließend weniger Zeit für seine eigentliche Aufgabe – und das führt zu Stress.

Zusätzlichen Arbeitsdruck bringen häufige Störungen und spontane Zusatzaufgaben, zeitraubende Meetings, die oft ineffizient sind oder als unwichtig erlebt werden.
Auch der „Sprung ins kalte Wasser“ statt einer organisierten Einarbeitung – führt zu Stress bei Mitarbeitern.
Häufige Konflikte unter Kollegen oder geringer Entscheidungsspielraum belasten ebenso.

Das Gefühl „ich schaffe meine Arbeit nicht“, „die Arbeitsmenge ist kaum zu bewältigen“ – diese Empfindungen bergen ein hohes gesundheitliches Risiko
– Depressionen / Angststörungen und schon sind die Mitarbeiter auf dem Weg in ein „Burn-Out“

Gefühlte Arbeitsfähigkeit

Stress wird sehr unterschiedlich und individuell erlebt. Was den einen stresst – bringt den anderen erst zur Hochform.
Die beschriebenen Belastungen, wenn sie wiederholt über einen längeren Zeitraum erlebt werden, machen krank.
Wie schnell und wie gravierend hängt von der jeweiligen Person ab.

Was Führungskräfte tun können

Vorgesetzte spielen eine wichtige Rolle im Hinblick auf die Arbeitsfähigkeit. Z.B. das Pausenverhalten der Führungskraft. Wenn ein Vorgesetzter sich Pausen erlaubt, die vielleicht hin und wieder auch mal mit dem Team verbringt, fällt es dem einzelnen viel leichter, auch auf seine Pausen zu achten.
Anerkennung für eine gute Leistung, aber auch fundierte Kritik, erhöhen die Leistungsbereitschaft.
Und eine Führungskraft die Konflikte anpackt und schlechte Stimmungen im Team wahrnimmt, ist der beste Garant für eine motivierte und gesunde „Mannschaft“. Mehr dazu im Blog: Konflikte und der Weg zu guten Entscheidungen

Details aus der Studie erfahren sie hier:https://www.eo-institut.de