„Ich würde mich gern selbstständig machen. Aber ich habe überhaupt keine Idee, womit.“ Das höre ich oft, wenn ich Beschäftigte im Outplacement-Prozess unterstütze. Auch wenn sich Klientinnen und Klienten beruflich neu orientieren wollen, kommt das Thema Selbstständigkeit häufig zur Sprache. Meine Gründungsberatung konzentriert sich dann darauf, gemeinsam eine passende und tragfähige Geschäftsidee zu entwickeln.

Die gute Nachricht vorab: Niemand muss ein Daniel Düsentrieb sein. Um ein erfolgreiches Unternehmen zu gründen, braucht man nicht zwangsläufig eine einmalige und völlig neue Idee. Fast alle Existenzgründungen finden in bekannten Geschäftsfeldern statt.

Motive klären

Vor der Ideenfindung stehen jedoch grundlegende Fragen, zum Beispiel:

  • Was motiviert Sie, ein Unternehmen zu gründen?
  • Was treibt Sie an, Ihr eigener Chef zu werden?
  • Können und wollen Sie mit dem Risiko einer Existenzgründung leben?
  • Was halten Ihr Partner, Ihre Familie und Ihre Freunde von dem Plan?

Gerade der letzte Aspekt ist elementar: Im privaten Umfeld brauchen Sie Beistand. Sie brauchen jemanden, mit dem Sie Ihre Begeisterung, aber auch Ihre Zweifel und Sorgen teilen können. Und Sie brauchen Verständnis, wenn Sie weniger Zeit als bisher für private Unternehmungen haben. Eine Existenzgründung soll nicht an der mangelnden Unterstützung durch Familie und Freunde scheitern.

Ideen entwickeln

Wenn Sie sicher sind, dass Sie die mit der Selbstständigkeit verbundenen Risiken eingehen wollen, beginnt die Suche nach einer Idee. Auch hier hilft ein Fragenkatalog:

  • Was kann ich besonders gut?
  • Was mache ich gerne?
  • Wofür brennt mein Herz?
  • Welche Ideen schwirren mir schon lange im Kopf herum?
  • Welche Franchise-Angebote gibt es in dem Umfeld?
  • Gibt es die Möglichkeit, ein bestehendes Unternehmen zu übernehmen?

So schält sich aus vielen Ideen die passende Geschäftsidee langsam heraus.

Alles ist möglich

Eine meiner Klientinnen ist heute eine erfolgreiche Hochzeits- und Eventplanerin. Die Idee entstand, als ich sie fragte, was ihr besonderen Spaß mache. Ihre Antwort:

„Ich organisiere gerne Familienfeiern. Mir macht es Freude, Räume und Tische zu dekorieren. Und ich liebe Hochzeiten! Für mich ist die Hochzeit der schönste Moment im Leben eines Paares. Deshalb soll dieser Tag allen in guter Erinnerung bleiben. Meine eigene Hochzeit habe ich akribisch geplant. Und auch im Verwandtenkreis durfte ich schon Hochzeiten organisieren. Immer war es ein voller Erfolg!“

Damit hatten wir die Gründungsidee. Auch wenn von der Idee bis zum Start des Unternehmens noch viele wichtige Dinge zu klären sind, damit am Ende ein belastbarer Businessplan steht: Die passende Geschäftsidee ist immer der erste Schritt in die Selbstständigkeit.