Kleine und mittlere Unternehmen stehen meistens nicht ganz oben auf der Wunschliste von jungen Fachkräften. Die Aufstiegsmöglichkeiten scheinen begrenzt, der Imagefaktor ist niedrig. Eine Karriere bei Siemens und BMW, Google und Microsoft wirkt viel verlockender. Doch es gibt etwas, mit dem KMU punkten können:

die individuellen Lösungen zur Vereinbarung von Familie und Beruf. Ein Unternehmen, das darunter mehr als die übliche „Teilzeit für Mütter“ versteht, ist für Fachkräfte aller Altersgruppen interessant und attraktiv.

Familie ist vielfältig

Da ist zum Beispiel die alleinerziehende Ingenieurin, die die Familie finanziert und deshalb Vollzeit arbeiten muss. Oder der Bilanzbuchhalter, der seiner Frau den nächsten Karriereschritt ermöglichen und seine Arbeitszeit reduzieren will, um für die Kinder da zu sein. Dazu kommt die Chemie-Laborantin, die eine längere Pause einlegen möchte, um den schwerstkranken Vater zu pflegen. Und der Abteilungsleiter, der regelmäßig ein langes Wochenende haben möchte, um seine Kinder in der anderen Stadt zu besuchen. Die Wünsche zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind so vielfältig wie die Mütter und Väter, die Söhne und Töchter. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen können auf diese Bedürfnisse viel schneller, individueller und flexibler reagieren.

Familie lohnt sich für Unternehmen

Familienorientierung ist ein starkes Argument im Personalmarketing – unter dem Motto: Tue Gutes und rede darüber. Für viele jüngere Menschen ist die Vereinbarkeit von Beruf und Familie durchaus ein Thema, wenn es um die Wahl des Arbeitgebers geht. Lassen Sie potenzielle Bewerberinnen und Bewerber deshalb wissen, was Sie als Unternehmen zu bieten haben. Und Ihre Stamm-Belegschaft wird sicher mir Stolz erzählen, was in ihrer Firma alles für Familien getan wird.

Eine familienfreundliche Personalpolitik lohnt sich übrigens auch betriebswirtschaftlich. Das zeigen vergleichende Studien zur Kosten-Nutzen-Analyse immer wieder: Sehr familienbewusste Unternehmen haben deutlich bessere Kennzahlen. Sie haben einen geringeren Krankenstand und eine niedrigere Fehlzeitenquote. Dafür sind die Beschäftigten motivierter und produktiver, und die Bewerber sind qualifizierter.

Bund und Länder unterstützen Betriebe

Verschiedene Förderprogramme von Bund und Ländern unterstützen Betriebe, die zu einem solchen Familienunternehmen der besonderen Art werden möchten. Im „Checkheft – familienorientierte Personalpolitik für kleine und mittlere Unternehmen“, einer gemeinsamen Broschüre des Bundesfamilienministeriums, des Deutsche Industrie- und Handelskammertags sowie des Unternehmensnetzwerks „Erfolgsfaktor Familie“, gibt es zahlreiche Beispiele, Ideen und Tipps. Dort finden Sie neben rechtlichen Hinweisen auch Anlaufstellen und Ansprechpartner zu den verschiedenen Themen. Als Beraterin mache ich mich gerne mit Ihnen auf den Weg zu einem modernen „Familienbetrieb“!

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