Was mich mein Welpe lehrt – Parallelen zwischen Führung und Hundeerziehung

Zum Ferienbeginn in Niedersachsen hat mein heutiges Thema einen ganz persönlichen Hintergrund: Vor wenigen Tagen ist ein Welpe bei uns eingezogen. Seitdem denke ich darüber nach, was Hundeerziehung und Führung gemeinsam haben. Dabei habe ich einige Parallelen entdeckt.

Erstens: Klarheit

Hunde brauchen klare Regeln: für das Verhalten im Haus und auf der Straße, im Park und im Wald. Nur so ist ein gemeinsames Leben ohne große Probleme möglich. Auch Mitarbeiter brauchen klare Regeln für die Zusammenarbeit. Als Führungskraft muss ich deutlich und eindeutig kommunizieren, was ich von meinem Mitarbeiter erwarte, welches seine Aufgaben sind und welche Termine eingehalten werden müssen.

Zweitens: Sicherheit

Ein Hund orientiert sich an seinem Halter: Ist er entspannt oder gestresst? Wirkt er gefestigt oder unsicher? Mein Befinden wirkt sich auf meinen Gefährten aus: Bin ich sicher, ist er es auch. Diese Sicherheit kann ich als Führungskraft meinen Mitarbeitern geben. Auch ihnen kann ich signalisieren: Ich weiß, was ich tue. Ihr könnt euch auf mich verlassen. Auch in Krisenzeiten werde ich als Führungskraft hinter euch stehen.

Drittens: Empathie

Hunde sind wahre Lehrmeister der Beobachtung. Sekundenschnell nehmen sie Stimmungen auf und stellen sich auf ihr Gegenüber ein. Sie besitzen viel Einfühlungsvermögen. Mit anderen Worten: Sie sind empathisch. Als Führungskraft brauche ich ein Gespür für die Stimmung meines Teams. Ich muss Spannungen und Unstimmigkeiten im Team wahrnehmen können. Dabei darf ich nicht nur auf das achten, was gesagt wird, sondern auch auf Mimik, Gesten und Körperhaltungen.

Viertens: Intervention

Ein Hund ist nicht nachtragend. Er agiert ganz im Hier und Jetzt. Wird der Hund ausgeschimpft, dauert es nicht lange, bis er mich wieder zum Spielen auffordert, den Kopf auf mein Knie legt oder den Clown macht. So einfach habe ich es als Führungskraft nicht. Ich kann nicht darauf vertrauen, dass ein Streit schnell beigelegt wird und alles wieder gut ist. Wenn mein Team gut zusammenarbeiten soll, muss ich bei Konflikten intervenieren. Das heißt: beobachten und ansprechen, fragen und zuhören. Ein Konflikt ist leichter zu lösen, wenn er noch nicht eskaliert ist.

Fünftens: Beständigkeit

Hunde stellen ihre Halter immer wieder auf die Probe. Gelten die Regeln von gestern noch? Sind heute vielleicht Abweichungen erlaubt? Als Halter muss ich immer wieder deutlich machen, dass die Regeln Bestand haben. Auch als Führungskraft muss ich darauf achten, dass Regeln eingehalten werden. Wenn eine feste Arbeitszeit vereinbart wurde, gilt diese auch dann, wenn sich der Busfahrplan ändert. So entsteht nicht der Eindruck, dass unter ihrer Führung jeder machen kann, was er will oder dass für Herrn X. eben besondere Regeln gelten. Natürlich sind Regeln nicht unumstößlich. Wenn es notwendig ist, müssen neue Regeln vereinbart und beachtet werden.

So, und nun erziehe ich wieder meinen Hund – und wünsche Ihnen schöne Ferien!

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