Mit professionellen Bewerbungsunterlagen verfolgen Sie nur ein einziges Ziel: Sie möchten beim Adressaten so viel Interesse wecken, dass Sie zum Vorstellungsgespräch eingeladen werden. Bei der Menge an Bewerbungen, die auf eine Stellenanzeige hin bei Firmen eingehen, ist das nicht so leicht.

Nochmal aus der Schule geplaudert

Mal ehrlich: Bewerbungsunterlagen zu sichten gehört zu den eher langweiligen Aufgaben für mich als Recruiterin. Da schreibt jemand in den ersten zwei bis drei Zeilen „Sie suchen einen Mitarbeiter für Ihr Team, der …“ und benutzt genau jene Worte, die ich in der Stellenanzeige verwendet habe. Ich könnte nicken, weil die Aussage stimmt. Tatsächlich schüttele ich den Kopf, weil der Stil einfallslos ist. Dann folgen typische Sätze wie: „Seit 10 Jahren arbeite ich als Mitarbeiter bei einem Unternehmen in der XY-Branche, davor war ich beschäftigt als … bei …“ Mit einem Blick in den Lebenslauf habe ich diese Informationen kompakt und übersichtlich. Warum wird hierfür wertvoller Platz im Anschreiben verschwendet? Und natürlich beschreibt sich heute jeder als teamfähig, belastbar und kommunikativ – in genau dieser Reihenfolge. Solche Bewerbungen machen mich nicht neugierig. Da muss die fachliche Spezialisierung schon hundertprozentig passen, damit ich den Kandidaten trotzdem zu einem Gespräch einlade.

Erhöhte Erfolgsaussicht

Dabei können Sie einiges tun, um Ihre Erfolgschancen im Bewerbungsprozess verbessern.

  1. Lesen Sie Stellenanzeige sehr genau und vor allem sehr selbstkritisch. In den meisten Annoncen werden die zukünftigen Aufgaben beschrieben. Die Reihenfolge stellt im Allgemeinen auch ein Ranking dar: die wichtigste Aufgabe zuerst, die unwichtigste zuletzt.
  2. Gleichen Sie die Aufgaben mit Ihren konkreten Erfahrungen auf diesem Gebiet ab. Wenn Ihnen diese Erfahrungen fehlen, suchen Sie nach einer anderen Stellenanzeige.
  3. Wenn Sie keine einschlägigen Erfahrungen haben, aber sicher sind, die beschriebenen Aufgaben erfüllen zu können, erklären Sie im Anschreiben, wie Sie zu dieser Einschätzung kommen. Ich lasse mich gerne überzeugen!
  4. Sie haben viele Stärken und Fähigkeiten. Aber was ist das Besondere an Ihnen, das für die ausgeschriebene Position wichtig ist? Auch das möchte ich aus Ihrer Bewerbung erfahren.

Als Recruiterin suche ich Menschen, die verstehen, was das Unternehmen braucht und sorgfältig abwägen, ob sie die Anforderungen erfüllen. Ich gebe zu: Bei manchen Stellenanzeigen ist das nicht so einfach. Hier können auch Unternehmen ihre Erfolgschancen noch verbessern.

Lebendiger Lebenslauf

Enthält Ihr Lebenslauf anschauliche Aussagen über Ihre beruflichen Erfahrungen, Ihre Qualifikation und Ihr spezielles Wissen? Wenn nicht, schreiben Sie in einer Art Brainstorming zunächst detailliert auf, was Sie an den jeweiligen Arbeitsplätzen getan haben. Im zweiten Schritt können Sie dann Aufgaben zusammenfassen und strukturiert darstellen. So sehe ich auf einen Blick, was Sie wann und wo gemacht haben. Noch ein Tipp: Vermeiden Sie Spezialausdrücke, die ein Firmenfremder nicht versteht. Wer Ihre Unterlagen liest, kennt Ihre bisherigen Arbeitgeber nicht unbedingt, möchte aber Ihre Leistungen und Ihre Fähigkeiten einschätzen können. Weiterbildungen sind übrigens im Lebenslauf nur dann interessant, wenn sie relevant für die neue Aufgabe oder ganz aktuell sind.

Ausreichende Anlagen

Es reicht, wenn Sie Ihrer Bewerbung die wichtigsten Unterlagen beifügen. Dieses sind alle Abschlusszertifikate wie Diplom, Meisterbrief oder ein IHK/HWK-Abschluss, die Arbeitszeugnisse aus früheren Tätigkeiten sowie möglichst ein Zwischenzeugnis des aktuellen Arbeitgebers.

Damit haben Sie den ersten Schritt im Bewerbungsprozess getan. Tipps für die Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch folgen in einem der nächsten Artikel.